Die Angst als Weg zur Freiheit

Manchmal zeigt sich das Meer mit so einer Kraft und Stärke.
Wenn hohe Wellen auf mich zukommen, wie unüberwindbare Naturgewalten, dass es mich für einen Moment in eine lähmende Angst versetzt.

Eine Angst, die mich kurz erstarren und mich für einen kurzen Augenblick zögern lässt.
Eine starke Unsicherheit, die hochkommt und ich nicht fähig bin richtig und konsequent zu handeln, z.B. mit aller Kraft eine Welle anzupaddeln oder im entscheidenden Moment unter einer Welle durch zu tauchen.

Besonders in entscheidenen Momenten, z.B. eine Welle zu meistern, in denen ich nicht zögern darf und dann diese Angst kommt, wird es mir nicht gelingen, die Welle zu reiten und sie wird mich mit in die Tiefe ziehen.

Angst zieht mich in die Tiefen meiner Emotionen und es fehlt mir dann an Klarheit und Fokus.

Warum hält mich diese Angst zurück, sogar bei den Dingen oder vielleicht gerade besonders bei den Dingen die ich liebe und gerne mache?

Diese Angst, die dazu führt, dass ich nicht klar entscheiden kann, nicht konsequent handeln kann.

Warum will ich vor dieser Angst fliehen, dieses Gefühl nicht haben?

Dabei ist sie so ein wichtiges und sinnvolles Gefühl.
Sie macht uns auf Gefahren aufmerksam. Sie ist ein Schutzmechanismus.
Sie macht uns in gefährlichen Situationen besonders konzentriert, schärft die Sinne und versetzt den Körper in höchste Alarm- und Leistungsbereitschaft.

Aber manchmal überrollt sie uns wie eine Welle und lässt uns gelähmt und handlungsunfähig zurück.
Das ist dann diese Angst, vor der ich am liebsten fliehen möchte.

Mir ist es wichtig, mir klar zu machen, dass die Angst ein Signal ist, dass mir etwas besonders wichtig ist, mir etwas besonders viel bedeutet und ich Angst habe es zu verlieren.

Denn unser Geist möchte uns lieber im Gewohnten belassen, in den Situationen, die wir kennen und er möchte Liebgewordenes bewahren.
Daher signalisiert uns die Angst, dass wir unser gewohntes und geschätztes Terrain verlassen.

Aber hinter dieser Angst befindet sich das Wachsen an der Herausforderung, eine Befreiung von selbstlimitierenden Glaubenssätzen, neue Erfahrungen und Freiheit.

Wie kann ich mit dieser Angst umgehen?

Ich sollte das Gefühl akzeptieren, anerkennen, dass es eine schützende Funktion hat.
Mir darüber klar werden, dass dieses Gefühl an sich nicht schlimm ist.
Und vor allem versuchen, wenn es die Situation erlaubt, gedanklich ein paar Schritte zurückzutreten und mir zu überlegen, was ich für Handlungsoptionen habe, kleine Schritte, die ich gehen kann, wenn ich wieder in so eine Situation gerate, die mir Angst macht.

Im Umgang mit der Angst hat mich das Meer sehr viel gelehrt und hier besonders das Surfen.

Beim Surfen bedeutet es für mich manchmal, dass ich lerne zu akzeptieren, dass das Meer heute stärker ist und ich dadurch auch lernen kann gewisse Dinge hinzunehmen.

An manchen Tagen sehe ich die Wellen aber auch als eine Herausforderung, an der ich wachsen kann.

Wenn ich es geschafft habe, mich dieser Herausforderung zu stellen, dann habe ich das Gefühl einen Teil der Stärke des Meeres zurückzubekommen.

Geh daher ganz bewusst dahin, wo deine Angst ist.

Sie gibt dir Hinweise, wo dein Herz ist, was dir viel bedeutet und ihre Überwindung führt dich zur Freiheit.

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